Dulliken sorgt sich um seinen Wald

Die Aargauer Nachbargemeinden wollen mehrere Wege auf ihrem Gemeindegebiet zu offiziellen Biketrails erklären. Dagegen hat Dulliken nun Einsprache erhoben: Gleich zwei der Trails würden die Kantonsgrenze tangieren.

Der Rastplatz am Engelberg ist seit November 2022 gesperrt.
Bild: Bruno Kissling

Manchmal brettere einer plötzlich den Waldweg hinunter oder komme über eine Anhöhe gesprungen. Mountainbiker würden oft kreuz und quer durch die Wälder fahren. Das sagen zumindest Kritiker. Manche Spazierende fühlen sich dadurch gestört und für Wildtiere und den Wald kann das Offroaden auch eine Gefahr sein.

Das Strassenverkehrsgesetz des Bundes verbietet das Befahren von Fusswegen eigentlich, doch es wird unterschiedlich ausgelegt und gegebenenfalls oft wenig strikt durchgesetzt. Stattdessen werden mancherorts Mountainbike-Trails freigegeben. Auf ihnen sollen sich Biker austoben können.

Eigentlich verbietet eine Passage aus dem Bundesgesetz zum Strassenverkehr aus dem Jahr 1958 das Fahren auf Fusswegen: «Wege, die sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege, dürfen mit solchen Fahrzeugen nicht befahren werden.» (otr)

Mountainbiker sind für Dulliken ein Problem

Auch in der Gemeinde Dulliken wurden Mountainbiker schon zum Thema, jüngst auch aufgrund der Nachbargemeinden: Im angrenzenden Kanton Aargau hat eine Zusammenarbeit der Stadt Aarburg und der Gemeinde Oftringen im Januar eine öffentliche Planauflage für das «Velofahren abseits von Waldstrassen» vorgelegt.

Mit der Auflage sollten offizielle Mountainbike-Trails bewilligt werden. Darunter Trails, die bis an die Gemeindegrenze von Dulliken führen. In Dulliken selbst gibt es jedoch keine offiziellen Trails.

Gegen die öffentliche Auflage hat die Gemeinde Dulliken nun Einsprache erhoben. Michael Steiner, Gemeindeschreiber von Dulliken, erklärt, dass die geplanten Trails genau bis an die Kantonsgrenze und damit auch an die Gemeindegrenze von Dulliken reichen würden.

Deshalb befürchte die Gemeinde, dass mit den neuen Trails vermehrt Biker wild durchs Gemeindegebiet fahren würden. Dies sei insbesondere problematisch, da es sich bei den angrenzenden Grundstücken teilweise um private Parzellen handle.

Schon in der Vergangenheit seien bereits mehrfach Biker «wild durch den Wald gefahren», erklärt Steiner und macht darauf aufmerksam, dass dies gerade beim beliebten Engelberger Rastplatz zu Problemen geführt habe.

Die Humusschicht des Waldes habe sich durch die intensive Befahrung mit Mountainbikes abgetragen, dadurch gehe es den Bäumen nicht gut; einige seien marode geworden und mussten gefällt werden, da sie drohten umzufallen. Entsprechend musste der Rastplatz Engelberg im November 2022 gesperrt werden.

Ziel vieler Bikerinnen und Biker: der Engelberg ob Dulliken, gelegen an der Kantonsgrenze Solothurn-Aargau.
Bild: Ramon Cunz

Dulliken ist offen fürs Gespräch

Grundsätzlich sei die Gemeinde Dulliken jedoch offen für ein Gespräch über Bikerwege – auch über solche, die durch Dulliken führten. «Aber die gewählte Vorgehensweise geht nicht», sagt Steiner. Die Probleme hörten nicht einfach an der Kantonsgrenze auf. Deshalb hätte Dulliken mit der Einsprache auch eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft an Aarburg und Oftringen gesendet.

In Oftringen scheint man das Gesprächsangebot empfangen zu haben. Christoph Kuster, Gemeindeschreiber von Oftringen, erklärt auf Anfrage, dass man sich mit Dulliken zusammensetzen wolle. Das Ziel von Aarburg und Oftringen sei es, mit den geplanten Bikewegen die Mountainbiker zu kanalisieren, damit diese sich nicht länger frei durch den Wald bewegten.

In einem entsprechenden Dokument, das dieser Zeitung vorliegt, heisst es: «Durch diese Lenkung sollen ausgewählte Lebensräume beruhigt und ökologisch wertvolle Gebiete entlastet werden.» – Die Interessen sind also über die Kantonsgrenze hinaus grundsätzlich dieselben.

Veröffentlicht im Oltner Tagblatt / www.oltnertagblatt.ch